Konferenz: Wohl oder Übel? Vom Wollen des Guten

16.07.2026 Haar
Symposium im kbo-Isar-Amper-Klinikum
Wohl oder Übel? Vom Wollen des Guten

Zeit: 16. Juli 2026 von 15.00 Uhr-17.30 Uhr
Ort: Haus 4, Ringstraße 4, 85540 Haar

Dass das Wohltun ein nicht zu unterschätzendes, zentrales Prinzip in der medizinischen Versorgung darstellt, ist sicher allgemein bekannt. Tom L. Beauchamp und James F. Childress zählen das Wohltun deshalb auch neben dem Nicht-Schaden, der Autonomie und der Gerechtigkeit zu den vier zentralen ethischen Prinzipien, nach denen sich medizinisches Handeln ausrichten sollte. In der medizinischen Versorgung Tätige sollen also nicht nur die Selbstbestimmung der Patient*innen beachten, ihnen nicht schaden und medizinische Ressourcen gerecht verteilen. Sie sollen auch alles tun, um das Wohl ihrer Patient*innen zu befördern: Sie sollen seelische und körperliche Schmerzen lindern, Krankheiten behandeln und im besten Falle beseitigen, sie sollen fürsorglich sein etc. Kurzum: Sie sollen das Wohl der Patient*innen nie aus dem Blick verlieren.
Dass dies im klinischen Alltag nicht immer leicht zu erreichen ist, ist wohlbekannt – fehlende Zeit, Personalknappheit und Ressourcenmängel machen es den in der Medizin Tätigen oftmals schwer, den Patient*innen zu ihrem Wohl zu verhelfen. Doch auch bei besten äußeren Bedingungen kann das „Wohltun“ in der medizinischen Versorgung vor erhebliche ethische Herausforderungen stellen. Wer entscheidet eigentlich, was das Wohl der Patient*innen ist? Ist der Begriff „Wohl“ selbsterklärend? Wie gehen wir in der Medizin damit um, wenn ein/e Patient/in „Wohl“ vollkommen anders definiert als das therapeutische Personal? Und wie ist der Zusammenhang zwischen dem „Guten“ und dem „Wohl“ der Patient*innen zu beschreiben.
Dieses Symposium möchte solchen und ähnlichen Fragen nachgehen und damit die Komplexität des „Wohltuns“ in der Medizin sichtbar machen. Es möchte zeigen, dass es durchaus anspruchsvoll sein kann, das Wohl der Patient*innen in den Mittelpunkt medizinischen Handelns zu stellen. Die Referenten kommen aus den Bereichen Theologie, Philosophie und Medizinethik und ermöglichen damit einen sehr breiten Zugang zur Thematik. Sie werden veranschaulichen, dass „gut gemeint“ eben nicht immer „gut gemacht“ ist.

Bitte melden Sie sich per Mail an: Klinisches Ethikkomitee (KEK) – Symposium – Haus 4, Ringstraße 4 auf dem Gelände des kbo-Isar-Amper-Klinikum Haar
Teilnahme ist kostenlos, Fortbildungspunkte sind beantragt.

Programm

15.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Peter Brieger, Dr. Sabine Winter, M.A. und Priv. Doz. Dr. Tobias Skuban-Eiseler

15.15 Uhr
Spielarten des Guten. Philosophische Überlegungen zum Ziel der Benefizienz
Dr. Nikolai Münch, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universitätsmedizin Mainz

16.00 Uhr
Wohlwollen als ethische Grundhaltung in Medizin und Pflege
Prof. Dr. Dr. Jochen Sautermeister, Direktor des Moraltheologischen Seminars an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

16.45 Uhr
Das Patientenwohl als normativer Maßstab für die Theorie und Praxis der Ethikberatung
PD Dr. phil. Dr. med. habil. Oliver Rauprich, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, LMU München

17.30 Uhr
Ende der Veranstaltung