Konferenz: Familie durch assistierte Reproduktion

16.01.2026 München

Interdisziplinäre Fachgespräch

Familie durch assistierte Reproduktion: Stagnation oder Aufbruch?

Zeit: 16.01.2026, 10:15 – 16:15 Uhr

Ort: Bayerische Akademie der Wissenschaften, Alfons-Goppel-Str. 11 (Residenz), 80539 München

Kinder zu bekommen und eine Familie zu gründen gehört für viele Personen zu einem erfüllten Leben dazu. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann bei den Betroffenen daher einen großen emotionalen Leidensdruck auslösen. Insbesondere Menschen, die an Fertilitätsstörungen leiden, Personen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben und Alleinstehende sind davon betroffen. Ihnen eröffnet die moderne Fortpflanzungsmedizin eine Reihe von Möglichkeiten, um dennoch ein eigenes Kind zu bekommen. Zudem kann durch bestimmte Verfahren im Rahmen der assistierten Reproduktion die Vererbung genetisch bedingter Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ein Paar andernfalls von der Zeugung eigenen Nachwuchses abgehalten hätten. Das deutsche Recht nimmt gegenüber den Methoden der assistierten Reproduktion jedoch eine eher konservative Haltung ein und verbietet eine Reihe von Verfahren, die in anderen Staaten etablierte Praxis sind. Die Frage nach der richtigen Regulierung ist dabei nicht nur von medizinischen Kosten und Nutzen abhängig, sondern berührt auch ethische und psycho-soziale Faktoren. Insbesondere die Frage, unter welchen Bedingungen fremdnützig agierende Dritte in den Prozess, zum Beispiel als Eizellspenderinnen oder Samenspender, einbezogen werden dürfen, wird in der öffentlichen Debatte sehr unterschiedlich beantwortet. Auch verändern die medizinischen Möglichkeiten die gesellschaftliche Vorstellung über die Umstände und Strukturen der Familiengründung. Ob die moderne Kinderwunschmedizin sich im Aufbruch befindet oder von Stagnation beherrscht wird, kann daher nur ein interdisziplinärer Austausch beantworten, der auch die Praxis mit in den Blick nimmt.

Programm

10.15 Uhr Begrüßung

10.30 Uhr Praxis der Kinderwunschmedizin – im Spannungsfeld von Ethik und Recht
Dr. med. Andreas Hammel | Kinderwunsch Erlangen, Erlanger Samenbank, Vorsitzender des Arbeitskreises Donogene Insemination 

11.00 Uhr Fragen & Diskussion
Moderation Dr. Georgia Samaras | Technische Universität München

11.30 Uhr Kaffeepause und Gruppenfoto

12.00 Uhr Ethische Fragestellungen der Reproduktionsmedizin
Prof. Dr. med. Claudia Wiesemann | Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universitätsmedizin Göttingen (emerit.) | Georg-August Universität Göttingen 

12.30 Uhr Die Regulierung der Reproduktionsmedizin durch das Recht
PD Dr. Silvia Deuring | Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Medizinrecht, Ludwig-Maximilians-Universität München

13.00 Uhr Gemeinsame Diskussion & Fragen
Moderation Prof. Dr. Christiane von Bary | Universität Zürich

13.30 Uhr Mittagspause

14.30 Uhr Vielfältige Wege in die Elternschaft: LGBTQ+-Familien im Kontext assistierter Reproduktion
Dr. Julia Teschlade | Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

15.00 Uhr Die Zuordnung der Elternschaft durch das Abstammungsrecht
Dr. Alix Schulz, M. Jur. (Oxford) | Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Rechtsvergleichung und Internationales Privatrecht, Ludwig-Maximilians-Universität München

15.30 Uhr Gemeinsame Diskussion & Fragen
Moderation Dr. Gerrit Bauer | Ludwig-Maximilians-Universität München

16.00 Uhr Schlussworte

Ende der Veranstaltung ca. 16.15 Uhr

Sprache: Deutsch

 

Eine Veranstaltung organisiert von Dr. Charlotte Wendland, M. Jur. (Oxford) | Ludwig-Maximilians-Universität | BAdW Junges Kolleg

Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://eveeno.com/assistierte_reproduktion_26_1_16