14.03.2025 Freiburg
Medical Humanities:
Was tu ich da eigentlich? Historische und systematische Reflexionen der ärztlichen Rolle
Zeit: 14. März 2026, Samstag 09:30 – 18:00 Uhr
Ort: Liefmann-Haus der Universität Freiburg (Goethestraße 33).
Inhalt: Was ist ein Arzt, was ist eine Ärztin? Wer im klinischen Bereich tätig ist, weiß, dass diese Frage alles andere als trivial ist. Unsere professionelle Rolle setzt sich aus einer derartigen Vielfalt an technisch-praktischen, kommunikativen, fürsorgerischen und organisatorischen Aufgaben zusammen, dass die ärztliche Identitätsbildung schwierig werden kann. Hinzu kommen Hierarchien und Machtstrukturen, die unausgesprochen, aber wirksam sind und unser Selbstverständnis ggf. nachhaltig beeinflussen. Last not least prägen bestimmte Charakteristika die Tätigkeit im geschlossenen Kosmos ‘Großklinikum’: Spezialistentum, Depersonalisierung, Fragmentierung von diagnostischen und therapeutischen Abläufen. Sie haben sich geschichtlich seit dem späten 20. Jh. entwickelt und stellen besonders hohe Anforderungen an die Rollensicherheit und kommunikative Flexibilität von Ärztinnen und Ärzten. Vor diesem Hintergrund geht das Seminar in vier Themenblöcken, zwei historischen und zwei aktuellen, dem Gewordensein der Arztrolle und ihren aktuellen Bedingtheiten nach.
Das Seminar behandelt die Arztrolle und Fragen der ärztlichen Autorität aus historischer und systematischer Perspektive. Der Schwerpunkt liegt auf systematischen Aspekten: Arzt-Patienten-Beziehung, Menschenbild in der Hochleistungsmedizin, interprofessionelle Teamarbeit. Vor diesem Hintergrund sind zentrale Grundlagen der Professionsethik und der Prinzipienethik, etwa die Ausbildung eines professionellen, ärztlichen Selbstverständnisses oder die Balance zwischen Patientenautonomie und Fürsorgeprinzip konstitutiver Bestandteil der Lerninhalte.
Dozentin: Prof. Dr. Martina King war 15 Jahre klinisch als Kinderärztin an der TU München tätig. Ihr Zweitstudium absolvierte sie in Germanistik und Philosophie, 2008 folgte die Promotion, 2025/16 die Doppelhabilitation in Germanistik und Medizingeschichte (Bern) zur Kulturgeschichte des Mikrobiellen in der Moderne. Seit 2018 ist sie ordentliche Professorin für Medical Humanities an der Universität Fribourg/CH, ihre Forschungsschwerpunkte sind ‚Literatur und Medizin‘ sowie die Kulturgeschichte medikaler Räume in der Moderne und die Geschichte und Epistemologie des ärztlichen Entlassungsbriefs.
Kosten: 590 Euro. Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Teilnahmegebühr dient der Kostendeckung.
Zielgruppe: Das Seminar richtet sich insbesondere an Ärztinnen und Ärzte, die ihre professionelle Rolle anhand literarischer und historischer Texte reflektieren und weiterentwickeln wollen; sowie an alle anderen am Thema Interessierten (etwa Medizinhistoriker:innen, Germanist:innen, Medizinethiker:innen, Studierende sowie im Gesundheitswesen anderweitig Tätige).
Anerkennung: Fortbildungspunkte bei der LÄK werden beantragt.
Weitere Informationen: fischer@thales-akademie.de
Anmeldung: https://www.thales-akademie.de/anmeldung-medizinethik/
