29.09.2025 Online
Öffentliches Kick-Off der zweiten Förderperiode der
DFG-Forschungsgruppe „Medizin und die Zeitstruktur guten Lebens“
Zeit: 29. September 2025, 16.00-18.00 Uhr
Ort: Online
Im Fokus: Generativität
Die DFG-Forschungsgruppe 5022 untersucht die Zeitstruktur guten Lebens unter den Bedingungen eines sich verändernden medizinischen Möglichkeitshorizontes. In der ersten Förderperiode stand zunächst die biographische Zeitlichkeit des Individuums im Vordergrund. In der zweiten Förderperiode erweitert sich die Fragestellung vom individuellen Lebenslauf zu überindividuellen Zeitstrukturen. Mit dem Schwerpunkt der Generativität untersuchen wir, inwiefern es für ein gutes Leben relevant ist, sich auch über die eigene Lebenszeit hinaus zu orientieren, etwa mit Hinblick auf die eigenen Nachkommen oder andere Formen der Weitergabe an künftige Generationen. Die Bedeutung von generativen Perspektiven soll insbesondere mit Hinblick auf die drei medizinischen Praxisfelder der chronischen Herzerkrankung, der Reproduktionsmedizin und der Altersmedizin reflektiert werden.
In der Kick-Off-Veranstaltung spricht Generativitäts-Experte Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) zum verwirklichten Aufgabencharakter des Lebens im Alter. Weiterhin nimmt FOR-Mitglied Dr. Christian Hißnauer (Humboldt-Universität zu Berlin) mit dem Schwangerschaftsabbruch eine mögliche Bruchlinie von Generativität in den Blick. Die Veranstaltung ist öffentlich und ohne Anmeldung, Interessierte sind herzlich willkommen!
Vorträge:
Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg):
Erfüllte Augenblicke in der Erfahrung verrinnender Zeit oder:
Existenzpsychologie und Medizin
Existenzpsychologische Arbeiten sollen dazu dienen, besser zu verstehen, warum der verwirklichte Aufgabencharakter des Lebens im Alter dazu beitragen kann, trotz des Endlichkeits- und Sterblichkeitsbewusstseins erfüllte Augenblicke zu erleben, Schmerzen und andere Symptome an der Peripherie des Bewusstseins zu halten, das Leben – ‚trotz allem’ – zu bejahen.
Dr. Christian Hißnauer (Humboldt-Universität zu Berlin):
Unbeschreiblich Weiblich
Abtreibungsnarrative in deutschen Arzt- und Krankenhausserien
Als ‚Halbgötter in Weiß‘ sind deutsche Fernsehärzt*innen immer wieder mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch konfrontiert. Seit den 1990er Jahren zeigen sich dabei deutliche Verschiebungen, in der Art und Weise, wie Arzt- und Krankenhausserien mit dem Thema umgehen. In dem Vortrag werden vor allem auch die normativen Leitbilder, die die Fernsehnarrative implizit vermitteln, analysiert.
Link zur Teilnahme:
https://uni-goettingen.zoom-x.de/j/64700546195?pwd=AC7IJdaD200HYwuGqDJQbM94yDKv8s.1
Meeting-ID: 647 0054 6195
Kenncode: 5022
Eine Veranstaltung der DFG Forschungsgruppe 5022 „Medizin und die Zeitstruktur guten Lebens“