10.03.2026 Hannover
Klima- und Umweltkrisen: Ethische Verantwortlichkeiten von Ärzt:innen
Zeit: 10.03.2026, 16 bis 17:30 Uhr
Ort: Hörsaal N (Gebäude J01, Ebene 01, Raum 1120), Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Referent: Dr. phil. Cristian Timmermann (Universität Augsburg)
Abstract: Angesichts weltweiter Klima- und Umweltkrisen wurden Forderungen an den ärztlichen Berufsstand laut, zusätzliche Verantwortlichkeiten zu übernehmen. Diese Aufforderungen gehen über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Krisen hinaus und unterscheiden sich erheblich hinsichtlich ihres Umfangs und ethischen Implikationen. Im Vortrag werden die Ergebnisse einer systematischen Übersichtarbeit präsentiert und diskutiert anhand der Frage: Welche Verantwortung sollten Ärzt:innen sowohl als Individuen als auch als Berufsgruppe angesichts aktueller Klima- und Umweltkrisen übernehmen? Die professionellen Verantwortlichkeiten oder Pflichten werden anhand ärztlicher Rollen eingeordnet: (1) als medizinische Praktiker:innen, (2) als medizinische Wissenschaftler:innen, (3) als (Mit-)Leitende von Einrichtungen sowie (4) als Bürger:innen. Insgesamt gehen diese Verantwortlichkeiten über die individuelle Arzt-Patienten-Beziehung hinaus. Sie verlangen von Ärzt:innen, sich innerhalb ihrer Institutionen zu engagieren, mit politischen Entscheidungsträger:innen in Austausch zu treten und sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Umweltveränderungen auch auf Menschen in anderen Weltregionen sowie auf künftige Generationen auseinanderzusetzen. Weitere Ko-Autorinnen der vorgestellten Arbeit sind Katharina Wabnitz, Kerstin Schlögl-Flierl und Verina Wild.
Referent: Dr. Cristian Timmermann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik und Geschichte der Gesundheit in der Gesellschaft der Universität Augsburg. Er arbeitet als politischer Philosoph in der Schnittstelle zwischen Lebenswissenschaften und sozialer Gerechtigkeit, in dem er sich sowohl auf Theoriearbeit und politische Analyse konzentriert. Er forscht zu Armut, sinnvoller Arbeit, öffentlichen Gütern und Wissenschaftspolitik in den Bereichen Landwirtschaft, öffentliche Gesundheit und Technologien zur Eindämmung und Anpassung des Klimawandels, wobei er sich auf Lateinamerika und Europa spezialisiert hat. In der Vergangenheit hatte er Forschungsstellen in Wageningen, Beersheva, Mexiko-Stadt, Santiago de Chile und Ulm inne mit Forschungsaufenthalten u.a. bei der Brocher Foundation und dem Hastings Center.
Organisation: Die Veranstaltung wird ausgerichtet von PD Dr. phil. Frank Ursin, Leiter der AG Ethik und Theorie der Digitalisierung im Gesundheitswesen am Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der Medizin der Medizinische Hochschule Hannover (MHH).
Der Vortrag findet in Präsenz statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
